Heizungsgesetz 2026: Kurswechsel bei der Wärmewende
Shownotes
Themen dieser Episode
Reform des Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Abschaffung der 65-Prozent-Regel für neue Heizungen
Neue Strategie: Technologieoffenheit statt feste Energievorgaben
Geplante Beimischung CO₂-neutraler Brennstoffe ab 2029
Förderprogramme für Heizungsmodernisierung und energetische Sanierung
Neue Schutzregelungen für Mieter
Einschätzung der Reform aus Sicht von Eigentümern und Vermietern
Zeitlicher Überblick
2024–2025 65-Prozent-Regel gilt nur in Neubaugebieten.
Ab 2026 Ursprünglich geplante Ausweitung der Regel auf Großstädte – politisch nun zur Disposition.
Ab 2029 Mindestens 10 % CO₂-neutrale Brennstoffe vorgesehen.
2030 Politische Evaluierung der Maßnahmen.
Was bedeutet das für Eigentümer?
Die Reform bringt zunächst mehr Flexibilität bei der Wahl der Heiztechnik. Gleichzeitig bleiben langfristige klimapolitische Ziele bestehen.
Für Eigentümer bleibt daher entscheidend:
Investitionen langfristig planen
Förderprogramme prüfen
Entwicklung des CO₂-Preises beobachten
kommunale Wärmeplanung im Blick behalten
Podcast
🎙 Podcast: Haus & Grund Sindelfingen
Moderation: Christoph Schoder
Der Podcast informiert Eigentümerinnen und Eigentümer über aktuelle Entwicklungen in der Immobilien-, Energie- und Wohnungspolitik.
Transkript anzeigen
🎧 Intro (ca. 1–1,5 Minuten)
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts von Haus & Grund Sindelfingen.Mein Name ist Christoph Schoder.
In der letzten Episode haben wir uns mit der politischen Diskussion rund um die Grundsteuer beschäftigt – und gesehen, wie stark gesetzliche Rahmenbedingungen in das Eigentum eingreifen können.
Heute geht es um ein weiteres zentrales Thema für Haus- und Wohnungseigentümer:das sogenannte Heizungsgesetz – offiziell das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG.
Die neue Koalition aus CDU/CSU und SPD hat sich im Februar 2026 auf eine Reform geeinigt.Die viel diskutierte 65-Prozent-Regel soll fallen. Stattdessen ist von mehr Flexibilität und Technologieoffenheit die Rede.
Doch was bedeutet das konkret für Eigentümer?Ist das wirklich eine Entlastung – oder nur eine Verschiebung der Vorgaben?
Wir ordnen das heute für Sie ein.
1️⃣ Rückblick: Was galt bisher? (ca. 4–5 Minuten)
Beginnen wir mit dem bisherigen Rechtsstand.
Das novellierte Gebäudeenergiegesetz sah vor:
Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Umsetzung:
Ab 2026 in Städten mit über 100.000 Einwohnern
Ab 2028 bundesweit
Voraussetzung war jeweils eine kommunale Wärmeplanung.
Wichtig war immer:Bestehende Öl- oder Gasheizungen durften weiterlaufen, solange sie funktionstüchtig sind.Reparaturen waren zulässig.Die 65-Prozent-Vorgabe griff nur beim Neueinbau.
In der öffentlichen Debatte entstand allerdings oft der Eindruck eines sofortigen Austauschzwangs – was so nicht korrekt war.
Dennoch:Für viele Eigentümer bedeutete das Gesetz erhebliche Planungsunsicherheit.
2️⃣ Die Reform 2026: Was ändert sich? (ca. 6–7 Minuten)
Die zentrale politische Entscheidung lautet:
Die 65-Prozent-Vorgabe wird abgeschafft.
Statt einer festen Technologiequote setzt die Koalition künftig auf:
Freie Wahl der Heizungsart
Schrittweise Erhöhung des Anteils CO₂-neutraler Brennstoffe
Das bedeutet konkret:
Ab 2029 müssen Heizungen mindestens 10 Prozent CO₂-neutrale Brennstoffe nutzen.Weitere Stufen sind vorgesehen.2030 ist eine Evaluierung geplant.
Was heißt das praktisch?
Eigentümer können weiterhin wählen zwischen:
Wärmepumpe
Fernwärme
Hybridheizungen
Gasheizung
Ölheizung
Allerdings wird der fossile Anteil perspektivisch teurer – über steigende CO₂-Preise.
Das System ändert sich also:Nicht mehr die Technik wird vorgeschrieben,sondern die Emission wird indirekt bepreist.
3️⃣ Förderpolitik: Was bleibt? (ca. 4 Minuten)
Ein entscheidender Punkt ist die Förderung.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – kurz BEG – bleibt bis 2029 gesichert.
Gefördert werden weiterhin:
Wärmepumpen
energetische Sanierungen
Heizungsmodernisierung
Wärmespeicher
Zudem:
Für klimafreundliche Brennstoffanteile soll kein CO₂-Preis anfallen.
Gasnetzbetreiber erhalten mehr Flexibilität bei Wasserstoffplanungen.
Das bedeutet:
Wer ohnehin modernisieren muss, sollte Förderprogramme strategisch prüfen.Denn politisch gilt weiterhin: Effizienz wird belohnt.
4️⃣ Neue Schutzregel für Mieter (ca. 3–4 Minuten)
Neu ist außerdem eine sogenannte Schutzmieterregel.
Ziel ist es, zu verhindern,dass unwirtschaftliche Heizsysteme zu überhöhten Nebenkosten führen.
Für Vermieter bedeutet das:
Die Wirtschaftlichkeit der Heizlösung wird stärker in den Fokus rücken.
Es geht also nicht nur um Klimaziele,sondern auch um soziale Verträglichkeit.
5️⃣ Einordnung für Eigentümer (ca. 5 Minuten)
Was bedeutet das nun konkret für unsere Mitglieder?
Zunächst einmal:
Ja, es gibt eine spürbare Entlastung.Der unmittelbare technologische Zwang entfällt.
Aber:
Fossile Energieträger bleiben langfristig politisch unerwünscht.
Der CO₂-Preis steigt perspektivisch.
2030 erfolgt eine Evaluierung – also eine mögliche Nachschärfung.
Die Reform verschiebt den Druck – sie hebt ihn nicht auf.
Strategisch sinnvoll ist:
Zustand der eigenen Heizungsanlage prüfen
Restlaufzeit realistisch bewerten
Förderkulissen beobachten
Kommunale Wärmeplanung im Blick behalten
Besonders im Mehrfamilienhausbereich sollte jede Investition wirtschaftlich, rechtssicher und langfristig tragfähig sein.
6️⃣ Verbindung zur Grundsteuer-Debatte (ca. 2–3 Minuten)
Wenn wir das Thema mit unserer letzten Episode zur Grundsteuer vergleichen, sehen wir ein Muster:
Eigentum steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen:
Klimaschutz
Sozialpolitik
fiskalischen Interessen
politischer Steuerung
Für Eigentümer heißt das:
Rechtliche Entwicklungen müssen frühzeitig eingeordnet werden –nicht emotional, sondern strategisch.
Und genau das ist unser Anspruch hier im Podcast von Haus & Grund Sindelfingen.
🎯 Fazit (ca. 2 Minuten)
Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes bringt:
Mehr Flexibilität – ja.Mehr Planungssicherheit – kurzfristig.Langfristige Klimavorgaben – weiterhin.
Es bleibt ein dynamisches Feld.
Wir werden die Evaluierung 2030 und mögliche weitere Anpassungen für Sie aufmerksam verfolgen.
🎧 Outro
Vielen Dank, dass Sie heute wieder dabei waren.
Wenn Ihnen diese Einordnung geholfen hat,abonnieren Sie unseren Podcast und teilen Sie die Folge mit anderen Eigentümern.
Bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch persönlich zur Verfügung.
Bis zur nächsten Folge –Ihr Christoph SchoderHaus & Grund Sindelfingen.
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